BMW M3 Touring Competition im Test: Der Kombi als Komplett-Sportler

Erst nach 50 Jahren gibt es den M3 endlich als Kombi. Unser Testwagen fährt in 3,6 Sekunden auf 100 km/h und packt trotzdem den Wocheneinkauf. Hat sich das Warten gelohnt?

Lange war der M3 Touring das Lieblingsprojekt der BMW-Fans, das nie Serie wurde. Diese Zurückhaltung hat ein Ende: Die aktuelle M3-Generation gibt es endlich auch als Kombi. 530 PS aus einem Reihen-Sechszylinder-Biturbo, Allradantrieb mit abschaltbarer Hinterachse, 8-Stufen-Wandlerautomatik. Unser Testwagen trägt die Competition-Signatur, der Nordschleifen-Modus heißt Track und das Lenkrad ist dicker als mancher Oberarm.

Was im Alltag auffällt

Erstens: Der M3 Touring sieht böser aus als der Vorgänger-M3-Limousine, obwohl er dasselbe Gesicht trägt. Das breite Heck, die ausgestellten Kotflügel, die vier dicken Endrohre – ein Kombi, der nicht so tut, als wäre er einer. Zweitens: Er funktioniert als Familienauto. 500 Liter Kofferraum, umklappbare Rückbank, drei Isofix-Punkte. Drittens: Er klingt. Selbst im Komfort-Modus brummt der Sechszylinder leise mit, im Sport-Plus-Modus bellt er auf eine Art, die man heute nur noch selten hört.

Fahrdynamik

Der Allradantrieb schickt per Default Kraft an alle vier Räder, in Zwischenstellungen bleibt das Heck leichter und Spielkinder stellen auf 2WD um. Dann drückt der M3 mit vollen 530 PS auf die Hinterachse – ein Verhalten, das präzise bleibt, aber Konzentration verlangt. Auf nasser Straße ist der Allradmodus die ehrlichere Wahl. Die Bremsen überzeugen auch nach mehreren schnellen Runden, die adaptive Dämpfung liefert einen für dieses Segment erstaunlich erträglichen Komfort.

Fazit

Der M3 Touring Competition ist das Auto, auf das viele BMW-Fans jahrzehntelang gewartet haben. Er ist teuer, er säuft, und das Infotainment ist überladen – aber er ist auch ein kompletter Sportwagen, der nebenbei einen Golden Retriever und ein Fahrrad transportiert. Ein Auto zum Behalten.

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